Ablauf einer Zertifizierung nach Outdoor-Richtlinie (2000/14/EG)

Phase 1:  Anfrage und Antrag

Richtet ein Kunde eine Anfrage nach einer Zertifizierung nach RL 2000/14/EG an die DPLF, prüft diese, ob sich das zu zertifizierende Produkt im Scope der DPLF befindet. Ist das Produkt im Scope enthalten und alle Voraussetzungen geklärt, schickt die DPLF ein schriftliches Angebot an den Kunden. Ist das Produkt nicht im Scope oder stehen andere Argumente gegen die Zertifizierung, unterrichtet sie den Kunden darüber. Stimmt der Kunde dem Angebot zu, reicht er seinen Antrag auf Zertifizierung bei der DPLF ein. Der Antrag umfasst alle Unterlagen, aus denen Daten zum Kunde , zum zu zertifizierenden Produkt und dem gewünschten Konformitätsbewertungsverfahren hervorgehen sowie alle dafür geforderten technischen Unterlagen. Mit der Unterzeichnung des Antrags wird der Vertrag zwischen DPLF und Kunden rechtsgültig. Die DPLF bestätigt dem Antragsteller schriftlich den Eingang des Antrags und benennt das zuständige Prüflabor zum Zweck der Zustellung des/der Prüfmuster(s) an das Prüflabor.

Phase 2: Vertragsabschluss

Tritt der Kunde zum ersten Mal mit der DPLF in Kontakt, muss laut EU-Richtlinie ein gesonderter Vertrag zwischen DPLF und dem Kunden geschlossen werden. Dieser enthält u.a. Angaben zum zu zertifizierenden Produkt, zum Herstellerbetrieb, dem gewählten Konformitätsbewertungsverfahren und zur benannten Stelle sowie Gestattungsvereinbarungen hinsichtlich der Produktionsüberwachung.

Phase 3:  Einzelprüfung (nur Anhang VII)

Die DPLF erteilt dem DLG-Testzentrum als zuständigem Prüflabor den Prüfungsauftrag für die Geräuschmessung. Der zuständige Prüfer leitet die Prüfungsdurchführung ein. Bei Abweichungen von den Anforderungen der Richtlinie wird der Kunde durch das Prüflabor unterrichtet. Verbessert der Kunde daraufhin das Produkt muss ggf. eine erneute Prüfung erfolgen. Nach Abschluss der Prüfungen übermittelt der Prüfer den standardisierten Prüfbericht an die DPLF.

Phase 4:  Zertifizierung

  • Anhang VI: Wird der Antrag auf das Konformitätsbewertungsverfahren nach Anhang VI gestellt und durch die DPLF angenommen, muss der Kunde technische Unterlagen, die eine Übereinstimmung des Prüfgegenstandes mit Anforderungen der Richtlinie belegen, bei der DPLF einreichen. Sie müssen mindestens folgende Angaben enthalten:
    • Name und Anschrift des Herstellers oder seines in der Gemeinschaft ansässigen Bevollmächtigten;
    • eine Beschreibung der Geräte und Maschinen;
    • Fabrikmarke;
    • Handelsbezeichnung;
    • Typ, Serie und Nummern;
    • die für die Identifizierung der Geräte und Maschinen und die Beurteilung seiner Geräuschemission relevanten technischen Daten, gegebenenfalls einschließlich Schemazeichnungen sowie Beschreibungen und Erläuterungen, die zu ihrem Verständnis erforderlich sind;
    • einen Verweis auf die Richtlinie 2000/14/EG;
    • den technischen Bericht zu den Geräuschmessungen, die entsprechend den Bestimmungen dieser Richtlinie durchgeführt wurden;
    • verwendete technische Instrumente und Ergebnisse der Abschätzung der Unsicherheiten aufgrund produktionsbedingter Schwankungen und ihres Einflusses auf den garantierten Schalleistungspegel.

Der zuständige Zertifizierer überprüft anhand dieser Unterlagen die Übereinstimmung mit den Anforderungen laut Richtlinie und erstellt einen Bewertungsbericht. Bei Aufdeckung von Mängeln wird der Antragsteller von der DPLF unterrichtet und zum Abstellen der Mängel aufgefordert. Bei Übereinstimmung mit den Anforderungen der Richtlinie fällt der Zertifizierer anhand des Bewertungsberichts und der Entscheidungscheckliste die Zertifizierungsentscheidung. Der Kunde erhält daraufhin einen Bewertungsbericht (Bericht vor dem Inverkehrbringen).

  • Anhang VII: Der zuständige Zertifizierer prüft, ob das Gerät oder die Maschine in Übereinstimmung mit den technischen Unterlagen hergestellt wurde. Entspricht das Gerät oder die Maschine allen Bestimmungen der 2000/14/EG, verfasst der Zertifizierer einen Bewertungsbericht und leitet diesen an den Leiter der DPLF (= Zertifizierer). Dieser fällt anhand des Bewertungsberichts und der Entscheidungscheckliste die Zertifizierungsentscheidung. Daraufhin stellt die DPLF dem Kunden eine Konformitätsbescheinigung aus.
    Bei Abweichungen von den Anforderungen der Richtlinie wird der Kunde unterrichtet und erhält einen Bewertungsbericht.
    Verbessert der Kunde daraufhin das zu zertifizierende Produkt, muss eine erneute Prüfung erfolgen.

Phase 5:  Fertigungsüberwachung (nur bei Verfahren nach Anhang VI)

Der Hersteller oder sein in der Gemeinschaft ansässiger Bevollmächtigter beauftragt die DPLF mit der Durchführung eines der beiden folgenden Verfahren während der Produktion:

A) Mit der Durchführung regelmäßiger Prüfungen, um festzustellen, ob die hergestellten Geräte und Maschinen den technischen Unterlagen und den Anforderungen 2000/14/EG nach wie vor entsprechen. Dabei konzentriert sich die Prüfung insbesondere auf folgende Punkte:

  • ordnungsgemäße und vollständige Kennzeichnung des Gerätes bzw. der Maschine gemäß 2000/14/EG Artikel 11;
  • Ausstellung der EG-Konformitätserklärung gemäß 2000/14/EG Artikel 8;
  • verwendete technische Instrumente und Ergebnisse der Abschätzung der Unsicherheiten aufgrund produktionsbedingter Schwankungen und ihres Einflusses auf den garantierten Schalleistungspegel.

Wenn die im Auftrag der DPLF durchgeführten oben genannten Prüfungen zu nicht zufriedenstellenden Ergebnissen führen, beauftragt die DPLF das zuständige Püflabor mit weiteren Geräuschmessungen. Diese können nach Einschätzung und Erfahrung der zuständigen Prüfer vereinfacht oder vollständig nach den Bestimmungen der 2000/14/EG Anhang III für den jeweiligen Geräte- oder Maschinentyp durchgeführt werden.

B) Mit Produktprüfungen in willkürlichen Abständen. Im Auftrag der DPLF wird vom Prüflabor willkürlich eine geeignete Probe der fertigen Geräte und Maschinen gezogen und untersucht; ferner werden geeignete Geräuschmessungen gemäß 2000/14/EG Anhang III durchgeführt, um die Übereinstimmung des Produkts mit den Anforderungen der Richtlinie zu prüfen. Bei der Prüfung des Produkts sind folgende Aspekte einzubeziehen:

  • ordnungsgemäße und vollständige Kennzeichnung des Gerätes bzw. der Maschine gemäß 2000/14/EG Artikel 11;
  • Ausstellung der EG-Konformitätserklärung gemäß Artikel 8.

Bei beiden Verfahren wird die Häufigkeit der Prüfungen von der DPLF in Abhängigkeit von den Ergebnissen früherer Begutachtungen, von der Notwendigkeit, Abhilfemaßnahmen zu überwachen, und von weiteren Leitlinien für die Häufigkeit von Prüfungen, die sich durch die Jahresproduktion und die allgemeine Zuverlässigkeit des Herstellers bei der Einhaltung der garantierten Werte ergeben können, festgelegt.
Die Prüfung erfolgt jedoch mindestens alle 3 Jahre.

Wenn Zweifel hinsichtlich der Plausibilität der technischen Unterlagen oder der Einhaltung der Vorschriften während der Produktion bestehen, unterrichtet die DPLF den Hersteller oder seinen in der Gemeinschaft ansässigen Bevollmächtigten entsprechend.   In den Fällen, in denen die geprüften Geräte und Maschinen den Bestimmungen dieser Richtlinie nicht entsprechen, unterrichtet die DPLF die zuständigen Behörden.